Das Thema war in Frankreich nach einem Interview des Netzbetreibers ErDF mit der Presseagentur AFP in aller Munde: Es sollen Risiken von Überspannungen oder sogar Stromausfällen im Netz bestehen, und zwar aufgrund der immer zahlreicheren Solaranlagen auf Privatgebäuden im Land. Dieser Information wurde seither mehrfach wiedersprochen. Dennoch hält sich das Gerücht hartnäckig. Wir wollen nicht, dass Sie falsche Informationen vom Wechsel zu erneuerbaren Energien abhalten. Daher möchten die gesamte Debatte noch einmal beleuchten und all für alle Mal aus der Welt räumen...

Kein unmittelbares Risiko

Es scheint, dass die Bedenken des Netzbetreibers über mögliche Überspannungen durch die Solarstromerzeugung unbegründet war. Eine europäische Studie unter dem Titel „Integration dezentraler Energiequellen in das heutige Stromnetz" wurde zur Anfangszeit der zunehmenden Begeisterung von Privatpersonen für Solaranlagen durchgefürt und kam zu dem Schluss, dass kein Risiko für das Stromnetz besteht. Eine Studie, die als glaubwürdig angesehen werden kann, da sie alle Akteure des Sektors in ihre Umsetzung einbezogen hat: Händler, Lieferanten, Produzenten, Hersteller, nationale Energieagenturen und Forschungslabore.

Die Studie geht davon aus, dass das französischen Stromnetz bis zu 10% des dezentral erzeugten Stroms ohne jegliches Risiko aufnehmen könnte. In der Realität sind wir aber von den 10% noch meilenweit entfernt: Derzeit liegt der Wert sogar unterhalb der 1%-Schwelle, die - wie wir nun wissen - dem zu erreichenden Jahresziel entspricht, das an der Grenelle de l'Environnement in Frankreich festgelegt wurde.

Es scheint sogar, dass die Auswirkungen von Photovoltaikanlagen auf das Netz für den Moment eher vorteilhaft sind; kleine dezentrale Anlagen würden Überspannungen (ja, es ist genau das Gegenteil) sowie Transportverluste begrenzen. Und diese Beobachtung bleibt so lange bestehen, wie Frankreich die berühmten 10% nicht erreicht hat.

Deutschland hat uns ein weiteres Argument geliefert, dass Sie (falls noch nötig) überzeugen wird. Das Land, dessen Solarpark derzeit viel weiter entwickelt ist als in Frankreich, hat die Rate von 2% der mit Solarmodulen ausgestatteten Privatpersonen überschritten, ohne dass größere Probleme beim Netzwerkmanagement gemeldet wurden.

Mittelfristige Modernisierung des Stromnetztes

Bei Erreichen der 10%-Schwelle ist in der Tat eine Modernisierung des Netzmanagementsystems erforderlich, denn dann - und nur dann - können Überspannungsprobleme auftreten. Aber auch hier zielt die Grenelle de l'environnement nur darauf ab, dieses Niveau bis 2020 zu erreichen. Die notwendigen Transformationen sollten im Rahmen der künftigen Regionalprogramme berücksichtigt werden, die die Teilnehmeranschlüsse (d.h. das Verhältnis zwischen der in einer Region erzeugten Elektrizität und ihrem Bedarf) nacheinander untersuchen. Prioritätsregionen (z.B. die der Landes, die in der Debatte mehrfach erwähnt wurden) könnten definiert und Maßnahmen ergriffen werden.