Seit den 1980er Jahren befindet sich der Energiebedarf im Gemüseanbau im stetigen Anstieg. Die in der Produktion verwendete Energie macht bei einem Kilo Tomaten in Frankreich ein Drittel der Kalkulation des Endpreises aus. Viele Landwirte sind ratlos. Einer von ihnen, Francis Villa, hat eine Diskussion zu effizienten Methoden der Energieoptimiserung in der Landwirtschaft angestoßen und ein ökologisches Projekt zur Reduzierung des Energieverbrauchs in der Tomaten-Produktion ins Leben gerufen. 

Der Projektträger

Francis Villa ist seit mehr als 40 Jahren Landwirt und der zweitgrößte Tomatenproduzent Frankreichs. Er bewirtet mit circa ein hundert Mitarbeiter etwas über 40 Quadratmeter an Gewächshäusern. Dort produziert er auch an die 1000 Tonnen Bio-Kiwis im Jahr.

Sein Projekt

Der Landwirt Francis Villa züchtet Gemüse in Gewächshäusern mit Solarenergie. Diese nutzen ein Prinzip zur Wärme- und Energiegewinnung ähnlich dem der Blockheizkraftwerke, wie es holländische Produzenten bereits verwenden. Francis Villa hat sich zur Umsetzung seines Projekts die Unterstützung des unabhängigen Engineering-Büros Tecsol geholt. Das Projekt wurde auch von INRA und der Landwirtschaftskammer Roussillon unterstützt. Insgesamt wurden 5,85 Millionen Euro investiert und zwei Gewächshaus-Einheiten von Venlo installiert. Mit einer individuelle Leistung von 1,713 MWc kann insgesamt mit einer Energieproduktion von 2 230 MWh gerechnet werden.

Das Ergebnis

Einige Experten hatten die Erfolgschancen des Projekts als eher gering gewertet. Dennoch war es ein voller Erfolg. Nach drei Saisons mit den Solar-Gewächshäusern konnten große Mengen an verschiedenen Gemüsesorten unter Einhaltung umweltschonender Standards produziert werden. Es wurden in einem Jahr ganze 267 Tonnen CO2 eingespart.

Was die Zukunft bringen könnte

Die Erfolgsgeschichte von Francis Villa ist mehr als vielversprechend. In Folge dessen wurden noch weitere umfangreichere Gewächshaus-Projekte mit Solarinstallationen mit eine Kapazität von über 100 kWc in der Region Pyrénées-Orientales ins Leben gerufen. Hier sind eine noch höhere Energieausbeute und ein höherer Ernteertrag zu erwarten. Bei diesen neuen Projekten profitieren die Landwirte von vorherigen Ergebnissen und können die Gewächshäuser besser konfigurieren. Auch die verwendeten Solarmodule und die Anzahl der Solar-Wechselrichter kann so optimiert werden.