Viele Privatpersonen, die sich für eine Solaranlage interessieren, möchten diese zwar selbst montieren, holen sich in der Anfangsphase aber dennoch professionelle Unterstützung von Installateuren oder Engineering-Büros, um die Machtbarkeit des Solarvorhabens ermitteln zu lassen. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt, wenn Sie auch diese Kosten einsparen möchten.

Kann ich meine Solaranlage selbst montieren?

Die erste Frage richtet sich nach Ihrer Fähigkeit, Ihr Solarprojekt selbst umzusetzen. Sie brauchen sich aber keine Sorgen zu machen: Es bedarf keinen unfassenden technischen Know-hows, um Solarmodule und andere Anlagenbestandteile anzuschließen. Wenn Sie sich auch sonst selbst um die Stromleitungen Ihres Hauses gekümmert haben, werden Sie hier keine Schwierigkeiten haben. Die meisten Anlagen für Privathaushalte haben auch lediglich eine Leistung von bis zu 3 kW: Sie brauchen also nur einen oder zwei Strings (Zusammenschlüsse von Solarmodulen) zu legen. Die Verbindungen zwischen den verschiedenen Strings bzw. zwischen Strings und Wechselrichter sind unproblematisch. Die Konnektoren lassen sich einfach einclipsen und fertig. Wenn Sie die Montage noch weiter erleichtern möchten, können Sie sich für eines der zahlreichen auf den Markt erhältlichen Photovoltaik-Komplettsets entscheiden, bei denen all das notwendige Zubehör und alle Bestandteile mitgeliefert werden. Alle Elemente des Sets sind also garantiert kompatibel und Sie erhalten dazu eine detaillierte Montageanleitung, die die Montage Schritt für Schritt erklärt. Auch die Montage am Dach bzw. am gewünschten Standort ist weitgehend unproblematisch. Sie müssen vor allen darauf achten, dass Sie die passenden Anschlussbleche auswählen, damit die Anlage wasserdicht montiert wird. Gegebenenfalls müssen Sie die Bleche speziell anfertigen lassen.

Das komplizierteste bei der Montage von Solaranlagen ist das Legen der Solarmodule selbst: Dieser Schritt ist vor allem körperlich anstrengend. Sie müssen zunächst die Dachziegel entfernen und eine Plane auf das Unterdach legen. Bei der Montage der Solarmodule müssen Sie besonders behutsam vorgehen: Die Module sind sehr empfindlich. Bei diesem Arbeitsschritt sollten Sie sich auf jeden Fall Unterstützung holen. Außerdem sollten Sie Sicherheitsausrüstung ausleihen! Einige Solarmodule sind mit spezielle Montagesystemen versehen, die Ihnen die Arbeit noch weiter erleichtert. Sie haben sich für ein anderes Solarmodul-Modell entschieden? Kein Problem! Wir stellen Ihnen verschiedene Ratgeber und Anleitungen rund um die Montage dieser Module zur Verfügung!

Zusammenfassend kann man sagen, dass die eigenverantwortliche Montage einer Solaranlage vor allem einiges an Zeit und Nerven kosten kann. Es ist aber keinesfalls ein Ding der Unmöglichkeit! Auch ohne viel Erfahrung im Bereich Elektrik kann fast jeder seine Solaranlage erfolgreich selbst montieren. Wenn Sie also zuversichtlich sind, dass Sie diese Herausforderung meistern können, kein Problem! Als nächstes sollten Sie sich mit der materiellen Machbarkeit Ihrer Solarvorhabens beschäftigen.

Eignet sich mein Dach für das Anbringen von Solarmodulen?

Hierauf müssen Sie im Vorfeld achten:

  • Die Ausrichtung des Dachs: Sie können auf Dächern jeglicher Art eine Solaranlage installieren, nur bei einer Nord-Ausrüstung ist dies unmöglich. Ein weiteres Ausschlusskriterium ist ein Dach mit zu geringer Neigung (unter 10°). Am besten eignen sich Dächer mit Süd-Ausrichtung bzw nahe einem Azimut von 180°. Die Leistung Ihrer Solaranlage richtet sich nach ihrer Ausrichtung.

Wenn Sie die Ausrichtung Ihres Dachs berechnen möchten, finden sich online zalreiche hilfreiche Berechnungstools. Sie können aber auch einfach einen Kompass verwenden. Alternativ können Sie die Infomation beim Katasteramt einholen.

  • Die Neigung des Dachs: Die optimale Neigung beträgt 35°. Bei einer geringeren Neigung kommt es je 5° zu Leistungseinbußen von ca. 1%. Die Neigung Ihres Dachs entnehmen Sie den Plänen von Ihrem Haus. Sie können auch Ihr Haus von vorne fotographieren und die Neigung mit einem Winkelmesser messen. Aber Achtung: Je nachdem, aus welchem Winkel Sie Ihr Haus fotographieren kann das Ergebnis verfälscht werden.
  • Schattenwurf: Umliegende Gebäude und Bäumen können Schatten auf Ihr Dach werfen. Das gleiche gilt für Antennen oder einen Schornstein. Dies sollten Sie unbedingt beachten: Schatten auf einem Solarmodul kann gegebenenfalls die Stromproduktion der gesamten Solaranlage behindern, da die Solarmodule in Serie geschaltet werden. Wenn nur etwas Schatten auf die Anlage fällt, kann man dies mit einem Leistungsoptimierer kompensieren, welcher die Solarmodule wieder zu einem gewissen Grad entkoppelt. Fällt viel Schatten auf einzelne Solarmodule müssen Sie die Schattenspender gegebenenfalls entfernen (Äste abschneiden, den Schornstein versetzen). Holen Sie hier gegebenenfalls die Erlaubnis Ihrer Nachbarn bzw. der Stadt ein. Informieren Sie sich auch zu Bauprojekten in Ihrer Umgebung. Sollte ein neugebautes Gebäude Schatten auf Ihre neue Solaranlage werfen, ist die Investition umsonst. Außerdem sollten Sie die Jahreszeit beachten: Im Winter sind die Schatten länger.
  • Dach und Rahmenwerk sollten in einem einwandfreien Zustand sein. Sollten nach der Montage der Solaranlage Renovierungsarbeiten anfallen, können aufgrund der Solarmodule am Dach höhere Kosten hierfür notwendig sein. Sollte Ihr Dach nicht mehr das neueste sein, sollten Sie vorausdenken. Überprüfen Sie auch den Zustand der Dachziegel. Bei alten Ziegeln gestaltet sich die Montage der Solarmodule schweriger.
  • Bestimmen Sie die verfügbare Fläche für die Montage der Solaranlage, um auch die Rentabilität der Anlage im Vorfeld bestimmen zu können. Bei 8m² Solarkollektoren ist eine Stromproduktion von ca. 1 kWhc möglich.