Vor einigen Tagen sind wir auf eine Infographie von diplomatie.gouv gestoßen, die die Geschichte der nachhaltigen Entwicklung ab 1972 und Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen (UNCHE) in Stockholm darstellt. Die UNCHE war das erste intenationale Ereignis, bei welchem die Beziehung zwischen Mensch und Natur in den Fokus gerückt wurde. Es folgten zahlreiche Erdgipfel; verschiedene Abkommen und Protokolle wurden unterzeichnet. Wir werfen einen Blick auf die Anfänge des Konzepts der Nachhaltigkeit und die neusten Entwicklungen in diesem Zusammenhang.

Eine neue Idee

Die Infographie beginnt im Jahr 1972, dem Jahr der UN-Konferenz in Stockholm. Aber es gab bereits davor zahlreiche Bemühungen für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt: Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die ersten Wissenschaftler bereits die Beziehung zwischen Menschen und der Umwelt untersucht. Dieser Wissenschaftszweig, Geonomie genannt, erhielt vor allem in Mitteleuropa stetigen Zuwachs und entwickelte sich weiter. Immer mehr Menschen interessieren sich für die Auswirkungen von menschlichem Leben auf die Umwelt und die Natur. Auch die Endlichkeit der natürlichen Rohstoffe wird zunehmend thematisiert. Die Rede des US-Präsidenten Henry Truman (Rede zur Lage der Nation) im Jahr 1949 gilt als erste politische Würdigung des Themas. Der Präsident mahnt vor allem einen nachhaltigeren Umgang mit menschlichen und natürlichen Ressourcen an.

1968 rückt diese Problematik weiter in den Fokus: Die Unesco bemüht sich im Rahmen des MAB-Programms (Man and Biosphere) um mehr Umweltschutz sowie um die Entwicklung von Menschen und der lokalen Wirtschaft in aller Welt.

Das Thema Umweltschutz ist schon bald in aller Munde. Auch die nachhaltige Entwicklung der Völker wird zum zentralen Ziel von Staaten und internationalen Organisationen. Der Schutz der natürlichen Rohstoffe und Ressourcen der Erde wird zunehmend thematisiert: Es gilt, die Umwelt zu schützen, um den zukünftigen Generationen eine lebenswerte Erde hinterlassen zu können.

Wichtigen Daten für den Umweltschutz

Lassen Sie uns kurz zusammenfassen (die genauen Daten können Sie der Infographie entnehmen): Verschiedene Ereignisse haben die Definition von nachhaltiger Entwicklung beitragen und die Art geprägt, wie dieses Thema in verschiedenen Ländern in den letzten 40 Jahren gelebt und umgesetzt wurde.

Der Bericht von Brundtland der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen aus dem Jahre 1987 hat den Begriff der nachhaltigen Entwicklung näher definiert und zu mehr Bekanntheit verholfen. Menschliche Faktoren wie Wohlergehen und menschliche Entwicklung spielen von Anfang an eine wichtige Rolle. Beim Erdgipfel von Rio werden diese aber zum ersten Mal auf der großen Bühne thematisiert und sind fortan ein prägender Bestandteil von nachhaltiger Entwicklung. Das schlägt sich auch auf die Ziele der Agenda 21 nieder, welche einen wahren Aktionsplan zur nachhaltigen Entwicklung für das 21. Jahrhundert aufzeichnet.

Allerdings setzen sich die Staaten erst 1997 konkrete Ziele zur Emmissionsreduktion: Das Kyoto-Protokoll tritt dann 2005 in Kraft. Das Protokoll ist dennoch umstritten. Bis heute haben es einige der ausstoßstärksten Länder der Welt nie ratifiziert. Ein weiterer Meilenstein ist der Millenniumsgipfel, welcher im September 200 in New York abgehalten wird. Im Laufe der Konferenz werden verschiedene Probleme des Umweltschutzes in ein umfangreiches Programm zur nachhaltigen Entwicklung mitaufgenommen. Die Staaten setzen sich zum Ziel, dem Hunger in der Welt ein Ende zu setzen und verpflichten sich im Kampf gegen Krankheiten und für mehr Alphabetisierung.

Und heutzutage?

Nachhaltige Entwicklung ist also nicht mit Umweltschutz gleichzusetzen, sondern umfasst viel mehr. Das Thema ist heute wichtiger denn je: Unternehmen investieren in Projekte zur sozialen Verantwortung, der G20 thematisiert den Umweltschutz regelmäßig in seinen Treffen, die UN setzt sich in der „Agenda 2030“ große Nachhaltigkeitsziele. Die Länder, die die Energiewende noch nicht umgesetzt haben, debatieren diese zumindest. In Frankreich ergab die Debatte zur großen Enttäuschung vieler umweltbewusster BürgerInnen aber bisweilen nur eine Reihe an unverbindlichen Empfehlunen. Zahlreiche Initiativen und Aktionen haben gezeigt, dass Politiker und die Zivilgesellschaft sich darüber im Klaren sind, wie wichtig eine nachhaltige Entwicklung ist. Konkrete Ergebnisse bleiben allerdings allzu oft aus. Eine nachhaltige  Lebensart erscheint für viele nach wie vor als bloße Zukunftsmusik. Schon bald könnte diese Zukunftsmusik jedoch Realität werden: Es müssen nur genügend Menschen wirklich wollen.

Was halten Sie von den Themen Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung? Lassen Sie es uns wissen!