Am 7. Mai 2017 wird Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten Frankreichs. Was hat er in Sachen Umwelt vor? Wir verschaffen Ihnen einen kurzen Überblick über die verschiedenen Punkte des Umweltprogramms des Kandidaten der neugegründeten Partei En Marche.

Keine fossilen Brennstoffe mehr

Das erste Ziel des Umweltprogramms von Präsident Macron ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch die Abkehr von fossilen Brennstoffen. Präsident Macron verspricht hierfür die Schließung aller verbleibenden Kohlekraftwerke innerhalb der nächsten 5 Jahre, ein Fracking-Verbot und eine Erhöhung der CO2-Steuer auf 100 €/ tCO2 bis 2030.

Ein schnellerer Umstieg auf erneuerbare Energien

Emmanuel Macron hat außerdem staatliche Förderungen für erneuerbare Energien versprochen. Erneuerbare Energien sollen einfacher zugänglich werden und die Forschung und Entwicklung unterstützt werden. Ziel hierbei ist es, die Abhängigkeit des Landes von Kernenergie bis 2025 auf 50% zu reduzieren.

Kreislaufwirtschaft und Recycling als neue Wirtschaftsmodelle

Der neue Präsident möchte die Müllproduktion des Landes bis 2025 um die Hälfte reduzieren. Ansatzpunkte sind hierfür der Kampf gegen die geplante Obsoleszenz von Elektrogeräten, die Förderung und Vereinfachung der Mülltrennung und die Modernisierung der Müllsortieranlagen. Außerdem soll ein System mit positiven und negativen Anreizen zur Förderung von nachhaltiger Entwicklung und zur Sanktionierung von umweltschädlichen Produkten eingeführt werden.

Priorität: Umweltgesundheit

Ein weiteres Ziel des Umweltprogramm von Emmanuel Macron ist die Sensibilisierung der Franzosen für den Umweltschutz durch verschiedene Kampagnen. Die Besteuerung von Diesel-Treibstoff soll an die von Benzin angepasst und die europäischen Gesetze zur Umweltverschmutzungsbekämpfung verschärft werden. Außerdem möchte Macron durch eine umfangreiche Lösungsagenda eine gesunde Ernährung durch effizientere Landwirtschaft fördern. Hierbei soll auch die Verwendung von Pestiziden und endokrinen Disruptoren nach und nach zurückgefahren werden.

Frankreich in die Energiewende begleiten

Macron möchte diese Veränderungen im gesamten Land anstoßen und vorantreiben. Die Regionen sollen durch verschiedene Fonds finanziell unterstützt werden, wenn diese Arbeitsplätze schaffen oder ihre Umweltbilanz verbessern. Es wurden außerdem einige Erneuerungs- (für öffentliche Gebäude und einfache Wohnungen), Investitions- (Vergütung von Umweltschutzmaßnahmen von KMU und Landwirte) und Veränderungsprogramme (Modernisierung der Agrarbetriebe) als Teil des Umweltprogramm vorgestellt.

Den Planeten schützen

Emmanuel Macron möchte die weltweite Artenvielfalt schützen und die Staats- und Regierungschefs sowie Unternehmen zum Umdenken bewegen. Besonders die USA sollen dazu bewegt werden, endlich Verantwortung zu übernehmen. Die Umsetzung des Pariser Abkommens hat in der Außenpolitik Priorität. Auf europäischer Ebene hat sich Präsident Macron für wirtschaftliche Sanktionen für Länder, die die Umweltklauseln von Handelsabkommen mit der Europäischen Union missachten, ausgesprochen.

Die große Überraschung in der Regierung Macron: der Umweltschützer Nicolas Hulot

Nicolas Hulot hatte zuvor alle Ministerposten abgelehnt. Nun ist es die überraschendste Personalie in der Regierung unter Premierminister Edouard Philippe: der bekannte Umweltaktivist wird Umweltminister. Im Laufe seiner Präsidentschaftskampagne wurde Emmanuel Macron häufig vorgeworfen, den Umweltschutz zur Nebensache zu machen. Nun scheint er allerdings sein Versprechen der Erneuerung halten zu wollen: Er ernennt den Umweltschützer und früheren Moderator der Fernsehsendung Ushuaia zum Minister. Damit beweist der neue Präsident, dass der Umweltschutz in seiner Amtszeit an erster Stelle stehen soll.